Die Vorgeschichte zu diesem Video von den Dixie Chicks Shut Up & Sing fing im Jahre 2003 an wo sie schon in ihren Songs die gesellschaftlichen strittigen Themen aufnahmen. Dieses sorgte für Irritationen bei den konservativen Country-Fans so das bereits bei “Goodbye Earl”, ein Song aus ihrem Album “Fly”, das die erfolgreiche Rache zweier Freundinnen an einem prügelnden Ehemann beschreibt begann. Das war aber noch nichts von dem was noch kommen sollte. Für einen einen nachhaltigen Skandal sorgte Natalie Maines schließlich im Frühjahr 2003, als sie während eines Konzertes in London sich äußerte, die Band sei “beschämt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas stamme”. Die Lawine wurde ausgelöst, und kam ins rutschen, und diese Massen kamen direkt auf die Dixies zu.
Das sorgte für Empörung, wobei es in der Folgezeit es zu Boykottaufrufen unter konservativen Countryfans und in den US-amerikanischen Medien kam, vor allem vom Medienunternehmen Clear Channel, das für die “Air Play” der Countrymusik in den USA zuständigt ist. Die Sängerin versuchte am 12. März 2003 die Wogen zu glätten, indem sie unter anderem sagte: “Ich glaube, der Präsident ignoriert die Meinung vieler US-Amerikaner und befremdet den Rest der Welt”. Doch dies war ihren Kritikern nicht genug, und zwei Tage später fügte sie hinzu, als betroffene Staatsbürgerin der Vereinigten Staaten entschuldigte sie sich bei Präsident Bush für ihre respektlose Äußerung.
Ich glaube, dass, wer auch immer das Amt inne hat, mit äußerstem Respekt behandelt werden sollte. Wir sind momentan in Europa und Zeugen einer gewaltigen Anti-Amerikanischen Stimmung, ausgelöst durch den, wie man hier meint, überstürzten Krieg. Obwohl Krieg als Möglichkeit seine Berechtigung haben mag, möchte ich als Mutter jede mögliche Alternative ausgeschöpft wissen, bevor Kinder und amerikanische Soldaten sterben müssen. Ich liebe mein Land und bin stolz, Amerikanerin zu sein.
Viele Fans blieben verärgert und setzten den Boykott der Dixie Chicks und der Radiostationen, die ihre Musik spielten, fort. Als Zeichen ihrer Ablehnung wurden ehemalige Dixie-Chicks-Fans aufgerufen, ihre CDs gemeinsam von einem Bulldozer niederwalzen zu lassen. Andere ihrer Fans waren enttäuscht, dass sich die Sängerin entschuldigt hatte. Als Folge des medialen Aufruhrs, der unter anderem auch anonyme Morddrohungen zur Folge hatte, mussten die Künstlerinnen schließlich um ihre Sicherheit und die ihrer Familien bangen. Die Gruppe erfuhr allerdings auch Unterstützung seitens Kollegen wie beispielsweise Bruce Springsteen sowie Madonna, die öffentlich für das Recht auf freie Meinungsäußerung eintraten. Auch Präsident Bush selbst äußerte sich dahingehend, merkte aber zugleich an, dass die Meinungsfreiheit ebenso für die Kritiker der Dixie Chicks gelte.
Am 24. April 2003 starteten die Dixie Chicks eine Medienkampagne, um ihre Standpunkte darzulegen. Während eines Hauptabendinterviews mit Diane Sawyer gab Maines an, stolz auf ihre ursprüngliche Aussage zu sein. Am 2. Mai erschien die Band nahezu nackt (mit bedeckten Geschlechtsteilen) auf der Titelseite der Zeitschrift Entertainment Weekly, bemalt mit Sprüchen wie “Traitors” (Verräter), “Saddam’s Angels” (Saddams Engel), “Dixie Sluts” (Südstaaten-Schlampen oder Flittchen), “Proud Americans” (stolze Amerikaner), “Hero” (Held), “Free Speech” (freie Meinungsäußerung) und “Brave” (Mutig).
Das erste Konzert der nächsten Tournee fand am 1. Mai 2003 in Greenville, South Carolina, statt, war mit 15.000 Besuchern ausverkauft und bekam gute Kritiken. Die Musikerinnen hatten sich bereits auf Widerstand gefasst gemacht, und Natalie Maines forderte diejenigen, die gekommen seien, um sie auszubuhen, auf, dies zu tun, doch die Zuschauer jubelten.
Dennoch blieben die Ansichten über die Band kontrovers. Am 6. Mai 2003 entließ eine Radiostation in Colorado zwei ihrer Discjockeys, die trotz Verbots Musik der Dixie Chicks gespielt hatten. Am 22. Mai kamen Buhrufe während der Verleihung der Preise der Akademie der Country-Musik ACM in Las Vegas, als die Gruppe für den Preis “Entertainer des Jahres” nominiert wurde. Gewonnen hat den Preis schließlich Toby Keith, ein ausgesprochener Kritiker der Band.
Die Dixie Chicks hatten in Interviewaussagen offen sein Lied “Courtesy Of The Red, White And Blue (The Angry American)” kritisiert. Diesen Song über die Terroranschläge vom 11. September 2001, ein leidenschaftliches und patriotisches Bekenntnis zu den USA und zur Politik der Bush-Regierung. Nach längerem medialen Schlagabtausch zwischen der Band und Keith trug Natalie Maines während eines Fernsehauftritts ein T-Shirt mit der Aufschrift “F.U.T.K”, was als “Fuck You, Toby Keith” interpretiert wurde.
Diese großartige Dokumentation von “Shut Up And Sing” die nicht nur den Weg der Dixie Chicks über einen Zeitraum dieser drei Jahren darstellt, sondern auch einen Blick auf die amerikanische Gesellschaft wirft. Auch gerade in einem Land wo die freie Meinungsäußerung dafür steht man lebt in einer Demokratie, aber wenn dieses im Kriegsfieber ist, sollte man dann einfach den Mund halten? Aus der deutschen Geschichte wissen wir, das Schweigen und Gehorsamkeit nicht der Weg sein kann und wenn dieses in einem demokratischen Land passiert, was auch noch viele Nationen als Vorbild hat, stimmt da was nicht.
Was passieren kann, tut man es doch, zeigt dieser Dokumentarfilm über die Dixie Chicks. Was diese Menschen hier machen, ist gerade nicht das, was man als patriotisch ansehen sollte, denn Kritik an der Regierung muss auch in Krisenzeiten erlaubt sein. Interessant ist aber das in diesen Land die Menschen sich doch mal einen Kopf darüber gemacht haben, so das eine Wandlung und Überdenkung statt gefunden hat, und sich viele Künstler dieses Problems annahmen in ihren Songs.
Quellen-Auszüge: wikipedia Autoren-Version


















